Verfasst von: mcstrider | Februar 8, 2017

Es ist Zeit für einen Marschhalt

Im Angebotskonzept 2018 bis 2021 geht es auch um die Frage, ob der regionale öV zwischen Spiez und Interlaken mit der Bahn oder per Bus erfolgen soll. Hier mein Kommentar:

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Einfahrt Därligen-Ost

Leissigen und Därligen von der Bahn abzuschneiden, ist ein massiver Einschnitt, der nicht mehr umzukehren wäre. Ein Einschnitt, der gegen den Zeitgeist geht.

Bahnen durch Busse zu ersetzen, macht ökologisch und ökonomisch bei schwindendem Verkehrsaufkommen Sinn. Das ist hier nicht der Fall. Die Passagierzahlen dürften eher steigen. Gerade Leissigen wächst stetig, und der Grossteil der Erwerbs­tätigen sind Pendler.

Dass die Regionalkonferenz nun plötzlich die Schliesszeiten der Barrieren auf dem Bödeli als «deutlichen Vorteil für die Region» verkauft, befremdet. In den letzten Jahren betonten die Interlakner Gemeindebehörden in der immerwährenden Verkehrsdiskussion stets, dass die Schliesszeiten kein gravierendes Problem seien. Und das völlig zu Recht. Schliesslich gibt es genügend Umfahrungsmöglichkeiten, und vor zwanzig, dreissig Jahren stauten sich die Autos bei geschlossenen Barrieren jeweils deutlich weiter zurück als heute.

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Einfahrt Därligen-West

Die A-8-Einfahrt bei Därligen hingegen ist ein Problem. Im besten Fall kann der Dreiviertelanschluss in Därligen-West zeitnah realisiert werden. Dann müsste der Bus aber eine Schlaufe fahren und würde fahrzeitmässig gegenüber der Bahn noch schlechter abschneiden, als er das ohnehin schon tut. Bleibt die Situation, wie sie ist, scheint das Einhalten des Fahrplans zu Stosszeiten ein Ding der Unmöglichkeit. Damit würde der öffentliche Verkehr für Pendler und Fernreisende massiv an Attraktivität einbüssen.

Für die Buslösung spricht hingegen die Erschliessung Faulensees. Die Ortschaft wird so oder so von der Bahn abgeschnitten werden. Allerdings ist Faulensee schon heute mit dem Bus von Spiez her besser erschlossen als mit der Bahn.

Zu viele Fragen sind offen, als dass man nun übereilt aus der Hüfte schiessen müsste. Es ist zu hoffen, dass die zuständige Kommission oder der Grosse Rat den Entscheid aus dem Angebotskonzept 2018 bis 2021 herausnimmt und zur vertieften Prüfung an die Ämter und Regionalkonferenz zurückschickt.

Dieser Kommentar erschien am 8. Februar im Berner Oberländer. Hier gehts zum dazugehörenden Artikel.


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